Vorbilder

Ich halte beim Schreiben inne und überlege, welche Vorbilder ich nachäffe …

Haben Sie jetzt gelesen: “welchen Vorbildern ich nacheifre?” Nein. Ich habe bewusst “nachäffe” gesagt, mit “ä” und Akkusativ. Ich habe nichts gegen Vorbilder, aber ich will sie nicht nachäffen, und schon gar nicht, ohne dies zu merken. Wenn ich mich dabei erwische, möchte ich spielerisch damit umgehen, sie gleichzeitig ehren und doch meinen eigenen Ton dagegensetzen, aber so etwas können nur wirkliche Meister, mir kommt nur in den Sinn, dass das jetzt schön wäre.

Man sagt, dass sich nur die durchsetzen, die ihre eigene “Handschrift” entwickeln, oder irgendeine wiedererkennbare Eigenheit, es muss nicht unbedingt ihre eigene sein. Nachäffen bedeutet dann, dass ich ihre Eigenheit als meine eigene ausgebe, und das kann nicht funktionieren, weil es ja schon die Eigenheit von jemand anderem war.

Außerdem gerät man dabei schnell ins Trudeln, wenn man mehrere Vorbilder hat. Insgesamt ergibt sich daraus eine unerträgliche Kakophonie: die Eigenheiten stoßen unsanft aufeinander, der Leser schwankt zunehmend unwillig den ständigen Kehren der Nachäffung hinterher, und dem Schreiber fallen bald die Augen zu. Damit dies hier nicht geschieht, schließe ich rasch mit einer einfachen Aufzählung meiner Vorbilder:

Hermann Hesse, Karl Valentin, Jack Kerouac, Arno Schmidt, … und andere, die mir gerade nicht in den Sinn kommen.

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