Meine kleine Ukulele

Natürlich ist eine Ukulele klein, das weiß doch jeder. Und doch käme es mir reichlich lieblos vor, diesen Beitrag lediglich mit “meine Ukulele” zu überschreiben …

Sie ist eben auch “meine Kleine”. Meistens gehe ich als Gitarrist auf Sessions. Da ist man schon recht mobil, solange alles rein akustisch vonstatten geht. Trotzdem finde ich die Gitarre im sicheren Hartschalenkoffer recht sperrig neben einer Violine, Flöte oder gar Mundharmonika. Die Uke in der weichen Tasche kann in dieser Liga endlich mithalten, was Größe und Gewicht betrifft.

Tatsächlich habe ich mir auch noch die kleinste der kleinen Ukulelen ausgesucht: den Sopran. Tenor, Bariton und Bass erinnern zu sehr an kleine Gitarren, und die Konzertukulele ist ein unglückliches Mittelding. Sopran-Ukulelen bilden unter allen Instrumenten eine eigene Spezies, die vor allem durch ihren geringen Frequenzumfang hervorsticht. Das Frequenzband umfasst gerade 2 Oktaven und ist sehr  hoch gelegen (Sopran, eben), ein bißchen wie eine Pikkolo-Flöte. Ich spiele oft mit allen möglichen Musikern und Instrumenten, da findet man mit der Sopran schnell seinen Platz (ähnlich wie mein Freund GW am anderen Ende der Skala, mit seiner Tuba, die er aber erst mal schleppen muss …).

Zu “meiner Kleinen” ist sie  erst richtig geworden, seit ich ihr ein Pickguard aufgeklebt und sie mit neuen Saiten versorgt habe. Das Pickguard habe ich in Japan bestellt und kam mir dabei vor wie in einer Puppenstube. Pickguards kennt man sonst eher von ausgewachsenen Gitarren. Auch die Saiten sind aus Japan, Japan ist überhaupt ein großes Ukulelen-Traumland. Diese Saiten sind fast 2 Meter lang, sie reichen also für 3 ganze Sätze, wenn man sie auf die nötige Länge stutzt. Das Pickguard optimal positionieren, die Saiten schneiden und eine nach der anderen aufziehen, jede zuvor mit einem winzigen Knoten versehen und dann drei Tage herumstimmen bis das Ding endlich seinen Ton hält … nun fehlt nur noch jemand, der mir dazu einen Puppenwagen schenkt.

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