Entwurf vom Spielcharakter des Alltags

Huizinga dachte (1956) nicht mehr darüber nach, “welchen Platz das Spielen mitten unter den übrigen Kulturerscheinungen einnimmt”. Er hatte das lange genug aus allen Gesichtswinkeln beobachtet und fragte nun – konsequent und mutig – “inwieweit die Kultur selbst Spielcharakter hat“. Mir persönlich ist diese Orientierung auf “Kultur” noch zu distanziert, ich sehe lieber die Spiele des alltäglichen Lebens außerhalb von Museen, Sportarenen und Konzertsälen …

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Die Spezifikation

Als ich in den letzten 80er Jahren des vergangenen Jahrtausends (uff!) begann, mich mit Informatik zu befassen, entdeckte ich schnell die phantastische Welt der Spezifikation. Um das nachempfinden zu können, muss man sich zunächst klar machen, dass auch der schnellste Computer letztlich eine dumme Maschine ist, der man Alles haargenau und klitzeklein erklären muss …

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Labyrinthe

Jedes Jahr im Frühling taucht in der Bonner Rheinaue “Das größte mobile Labyrinth der Welt” auf. Jedes Jahr ärgere ich mich darüber, zum einen wegen der zertrampelten Wiese, die es hinterlässt, zum anderen wegen der Vergewaltigung des Wortes “Labyrinth”. Das, was da aufgebaut ist, ist ein Irrgarten, und kein Labyrinth …

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Auf der Suche nach dem Müßiggang

Wer sich für Müßiggang interessiert, stößt schnell auf ein Buch von Hermann Hesse (1904): Die Kunst des Müßiggangs. Leider handelt es sich hierbei um eine eher unkritische Sammlung kurzer Prosa aus dem Nachlass, und der Titel-gebende Beitrag ist gerade mal 6 Seiten lang …

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Über Balzverhalten in der Musik

Kürzlich fand ich beim Aufräumen ein hübsches Büchlein im 60er-Jahre-Look: “Die Nachtigall singt in der Ferne”. Dort blitzten in all dem unterhaltsamen Kram ein paar Sätze von Robert Ardey auf, von dem ich noch nie gehört hatte …

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Die Welt als Bild

Menschen haben sich schon immer Bilder von der Welt gemacht und diese auch mit den jeweils gängigen Mitteln kommuniziert: Höhlenbilder, Statuen, Ölgemälde, Fotos, usw. Doch über Jahrtausende hinweg haben wir zuerst die Welt wahrgenommen, und erst dann Reproduktionen einzelner Aspekte als Bilder. Heute erscheint die Welt als schlechte Reproduktion der Bilder, die wir zuerst gesehen haben …

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Ensemble Bellamira in der Kirche der Redemptoristen

Ich lag im Sommer auf einer formidablen Krankenstation. Dort gab es jeden Morgen die Tageszeitung, und zum Zeitvertrieb las ich davon oft jede Seite. Nur deshalb stieß ich auf die Ankündigung eines kleinen Barock-Konzerts des Ensemble Bellamira in der Kirche der Redemptoristen. Ich kannte beide nicht, aber ich liebe Barock-Konzerte außerhalb des Main-Stream, und ich suchte irgendein Vorhaben, das als Meilenstein auf dem Weg ins gesunde Leben dienen könnte. G. ging […]

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Dauerberieselung

Wie alle archaischen Künste ist die Musik zu einer unerwünscht allgegenwärtigen Dauerberieselung verkommen. Geh in einen Supermarkt und du wirst berieselt, ruf deinen Zahnarzt an und du wirst berieselt. Selbst ernsthafte Nachrichten werden mit Musikberieselung unterlegt, um das geneigte Publikum bei der Stange zu halten …

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